Die Idee, dass ich mal über die Alpen wandern möchte, ist schon älter. Fünf Jahre bestimmt, vielleicht sogar zehn. Entstanden ist sie eher in einer Bierlaune, sie war mal mehr und mal weniger aktuell, ist aber nie ganz in Vergessenheit geraten. Es gab allerdings viele Probleme, die mich immer wieder zweifeln ließen: ich leide unter Höhenangst und kriege in Höhen über 2000 Metern schlecht Luft - beides nicht die besten Voraussetzungen für eine Alpenquerung. Hinzu kam, dass ich mir einen gewissen Luxus erhalten wollte, und der hieß: keine Übernachtung in abgelegenen Hütten. Ich wollte mein eigenes Bett und meine eigene Dusche haben.
Wegen dieser Einschränkungen habe ich mich immer wieder gefragt, ob ich nicht doch besser ein paar Tage an der Nordsee spazieren gehen sollte? Als ich auf den Reiseführer "Der Goetheweg über die Alpen" gestoßen bin, über den ich an anderer Stelle einige Worte verliere, war im Grunde klar, wie die Streckenführung grob aussehen musste: eher ortsnah, eher nicht zu hoch ins Gebirge, kein Klettern sondern Laufen. Ich habe die Route ein wenig modifiziert, den Start dann aber doch immer weiter hinausgeschoben.
Als ich Ende 2008 beruflich ziemlich eingespannt war, ein "burn out" drohte, war klar, dass die Wanderung mir da raushelfen konnte: Knappe zwei Wochen körperliche Anstrengung, knappe zwei Wochen alleinsein, knappe zwei Wochen Zeit zum Nachdenken über vieles, was mich bewegt - wann, wenn nicht jetzt, wollte ich starten?
Nach einigen weiteren Detailplanungen ging es dann Anfang Juni 2009 los.